Vernissage: Freitag, 9. März 2007, 19.00 Uhr
es spricht: Corneliua Wieg (Stiftung Moritzburg, Halle/Saale)
Die galerie georg nothelfer freut sich sehr, erstmals Skulpturen und Grafiken der, 1953 in Mannheim geborenen, Bildhauerin Madeleine Dietz in den Galerieräumen in der Corneliusstraße präsentieren zu können. Seit vielen Jahren verfolgen wir mit großem Interesse das Schaffen von Madeleine Dietz, deren Skulpturen, Installationen, Videos, Grafiken und Performances eine unglaubliche Intensität ausstrahlen. Erde und Stahl sind die Materialien von Madeleine Dietz, sie bilden ihr Markenzeichen.
Während einer Afrika-Reise kam die Künstlerin zweimal an denselben Ort. Während des ersten Aufenthaltes fand sie die Erde verdörrt, den Boden rissig vor. Kein Leben schien dort zu sein. Als sie nach einiger Zeit an den Ort zurückkehrte, war die Dürreperiode vorüber und wo vorher nur rissiger, nackter Boden zu sehen war gedieh plötzlich eine üppige Vegetation. Dieses Naturschauspiel hat die Künstlerin so nachhaltig beeindruckt, dass sie - die vorher als Malerin tätig war - nun die Bildsprache gefunden hatte, die sie benötigte.
Den natürlichen Zyklus von Werden und Vergehen nachempfindend, mischt sie die Erde mit Wasser, streicht die Erde aus und lässt sie ohne Bindemittel trocknen. Die so entstandenen Schollen werden später geschichtet und unterliegen einer Veränderung, da sie durch Auf-, Abbau und Transport schließlich wieder in kleinste Teile zerbröckeln.
Gleichwertig neben der Erde als Ausdrucksmittel steht bei Madeleine Dietz der Stahl. Sie benutzt ihn in unterschiedlicher Blechstärke, unbehandelt, so dass die Walzhaut erhalten bleibt und den Objekten eine changierende Farbigkeit verleiht: von Eisblau über Grau bis hin zu Schwarz. Aus dem Stahl formt sie Objekte, die meist einen aufbewahrenden Charakter für die Erde erhalten und oft macht sie diesen Charakter noch deutlicher, indem sie die Arbeiten zum Beispiel "Tresor" betitelt. Formal beschränkt sie sich bei ihren Skulpturen auf einfache stereometrische Körper; abstrakte, von der Geometrie abgeleitete Figuren, wie Kreis, Ellipse, Rechteck, Dreieck, Quadrat, aber auch Säule oder Pyramide legt sie dabei ihren Arbeiten zugrunde.
Neben den autonomen Skulpturen, die wir in unserer Ausstellung vorrangig zeigen werden, schafft Dietz auch Installationen, die jeweils durch die besonderen Gegebenheiten des Ausstellungsraumes geprägt sind. Nach dem Ende der Ausstellungen werden die Arbeiten abgebaut und nur in fotografischer Dokumentation aufbewahrt. Die einzelnen Bestandteile der jeweiligen Installation finden später Eingang in neue Skulpturen oder Installationen.
Für die außergewöhnlichen Aquatintaradierungen fotografiert Madeleine Dietz die Erdschichtungen, die sie auch für ihre Skulpturen und Installationen verwendet. Das Foto wird später auf eine Kupferplatte belichtet und geät. Jedes ihrer Blätter wird minimal zwei Mal bedruckt, zuerst mit einer Grundplatte mit Aussparungen für die Fotoradierung, die dann in einem zweiten Durchgang eingefügt wird. Teilweise werden die Fotoradierungen auch in die Aquatintaradierungen eincollagiert.