Galerie

Georg Nothelfer

Britta Lumer

Biografie

Geboren 1965 in Frankfurt a.M. /Deutschland
1992–1996 Städelschule, Staatliche Hochschule für Bildende Künste, Frankfurt am Main bei Georg Herold und Per Kirkeby
1996 Meisterschülerin bei Per Kirkeby
1996 Statens Kunstakademi, Bergen, Norwegen u.a. bei Luc Tuymans und Lawrence Weiner
2000-2001 Goldrausch, KünstlerInnenförderung
 for a one year stay in New York City
2001–2002 Atelierstipendium der Hessischen Kulturstiftung 
2007 Katalogförderung der Senatskanzlei für Kultur Berlin
2008 Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn
2019 Recherchestipendium der Senatskanzlei für Kultur Berlin
 
Britta Lumer hat in den vergangenen Dekaden ein in sich konsistentes Werk erarbeitet, das sich zum Großteil auf Papier ereignet und sich dennoch nicht ohne Weiteres als ein zeichnerisches begreifen lässt. Denn hier wird nichts Gegenständliches gefasst oder getroffen und in der künstlerischen Darstellung festgehalten oder aufbewahrt. Stattdessen scheinen ihre durchaus ins Figurative spielenden Arbeiten auf Papier – nicht selten monumentale Ansichten von Körpern, Portraits, Architekturen und Stadtlandschaften – ihre Sujets jeweils an den Rand der Auflösung, der Verflüssigung zu treiben. Diesem beabsichtigten Sprung ins Ungefähre entspricht der Einsatz der malerischen Mittel. Für ihre großformatigen Tuschezeichnungen hat sie einen vollbeweglichen Arbeitstisch konstruiert, um die fließende Tusche in alle Richtungen dirigieren zu können. Jahrelang hat sie an innovativen Arbeitstechniken gefeilt, um eine stimmige Balance zwischen dem Planbaren und dem Zufälligen stets neu ausloten zu können. So erscheint in ihren Bildern nichts an seinem festen Platz, alles an Kontur könnte grundsätzlich auch in anderen Spuren verlaufen. Doppelungen, lineare Verschiebungen, Pigmentansammlungen, Verläufe von Hell-Dunkel-Kontrasten offenbaren ein Maß an Kontingenz, das uns das Dargestellte fremd werden lässt und sich dennoch in gesteigertem Maße zur kontemplativen Betrachtung eignet. Statt fertige Projektionen zu liefern, erarbeitet Lumer Projektionsflächen, zu deren Vagheit und Zartheit wir uns als Betrachter nie so verhalten können, als ließe sich das zu Sehende als eine Formulierung von bereits Bekanntem deuten. Text: Daniel Marzona

Ausstellungen

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