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Georg Nothelfer

Edgar Hofschen. Ordnungen

23. Januar bis 3. April 2021 ⟶ Galerie

"Ich male Landschaften, nicht ihre vielseitigen, sich nur darstellenden Erscheinungsbilder, sondern ihre Strukturelle Substanz, ihr Ordnungsgefüge", so Hofschen in einem Interview 1977. Diese summarische Beschreibung seines künstlerischen Programms ist ungeachtet notwendiger Verkürzung höchst bezeichnend und aufschlussreich für Hofschens Verständnis sowohl seines Themas als auch seiner künstlerischen Formulierung. Es geht ihm nicht darum Landschaft realistisch abzubilden, sondern um das Verhältnis von Fläche und zeichenhafter Form, entsprechend von Ruhe und Bewegung oder das spannungsvolle Miteinander von flächenhafter Dichte und farblicher Transparenz. "Die Setzung von Linien und ihren Auflösungszonen (Dynamik und Transparenz) führt zu geschlossenen Flächen an sich, betont durch waagrechte und senkrechte Bildstabilisatoren. Diese Flächen ruhen oder tragen, sind Volumen, Dialog mit sich selbst und dem außen. Polarität zwischen Spannung und Auflösung". (Hofschen, 1977). "Farbe", "Raum", "Struktur", "Material", sind die Begriffe, um die sich die Malerei Edgar Hofschens bewegt. Sein Alleinstellungsmerkmal bezieht Hofschen aus der häufigen Verwendung grobstofflicher Materialien, wie Segeltuch, Sackleinen oder Zeltplanen. Diese werden vernäht, geflickt oder vorhandene Nähte, Risse oder sonstige Gebrauchsspuren bildhaft ausgenutzt, teilweise mit Ponal bearbeitet, abgeschliffen oder mit Papierstreifen beklebt. Edgar Hofschen (1941-2016) studierte 1972-75 an der Kunstakademie in Düsseldorf und war 1977 Teilnehmer an der documenta 6 in Kassel.
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